Kuchen der Könige und die quietschbunte Stadt Guanajuato

Buenos Días Amigos!
Andreas und ich sind am sehr frühen Montagmorgen mit dem Bus Richtung San Felipe aufgebrochen, wo uns Hector in Empfang nahm. Hector ist einer unserer mexikanischen Freunde aus Hannover, und er stammt aus San Felipe. Mit uns im Bus 🚌 angereist war Jasmin aus Hannover, die zur Zeit auch durch Mexiko reist und Hector ebenfalls kennt. Hector nahm uns dann mit nach Hause zu seinen Eltern, wo uns ein zünftiges mexikanisches Frühstück (!) serviert wurde. D.h.: Chilaquiles (Tacochips ohne extra Aroma), die in der Pfanne mit einer würzigen Salsasoße vermischt wurden (in diese Sauce kommen sieben verschiedene Chilisorten!). Dazu gab es Eier und – natürlich wie immer – Bohnen. Sehr lecker, und natürlich etwas komplett anderes als ein so genanntes „kontinentales Frühstück“.

Rob, Andreas, Jasmin (aus Hannover) und Familie Ramirez mit Hector

Einen interessanten süßen Höhepunkt gab es danach:  Rosca de Reyes (Dreikönigskranz) – eine Art traditionellen Kuchen, der hier in Mexiko am 6. Januar, also zu den „Heiligen Drei Königen“ gegessen wird. Die Heiligen Drei Könige sind in Mexiko ein hoher Feiertag, vergleichbar mit Weihnachten. Kinder bekommen an diesem Tag kleine oder größere Geschenke, in einigen Familien ist es sogar so, dass die Kinder zu Weihnachten nichts bekommen, und die Geschenke erst an diesem Tag übergeben werden (die Geschenke werden also von den Heiligen Drei Könige gebracht).
Und dieser Kuchen hatte es wahrlich in sich: in ihm sind traditionell verschiedene kleine Figuren eingebacken. Jeder am Tisch schneidet sich eine Scheibe von den Kuchen ab, und je nachdem, ob er eine dieser Figuren in seinem Stück findet, hat das eine bestimmte Bedeutung. Ein Ring im Kuchenstück bedeutet zum Beispiel, dass eine Hochzeit ins Haus steht. Und wenn man eine kleine Kinderfigur in seinen Kuchen findet, lädt man alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Essen am 2. Februar ein. Jesús – Hectors Vater – hatte diese Figur in seinem Kuchenstück vorgefunden. Wir anderen blieben (Gott sei Dank😉) von den kleinen Figuren verschont. 

Der klassische „Roca de Reyes“ (Dreikönigskranz), der in Mexiko am 06.01 verputzt wird
Ich schneide vorsichtig, in der Hoffnung, keine Figur in meinem Stück zu finden
Unser Freund Hector mit seiner Mutter
Jesús (Hectors Vater) müsste auf Grund dieser Figur uns alle am 02.02 zum Essen einladen. Die Anreise wäre dann leider aber doch etwas weit 😜

Nach dem Frühstück brachen dann Jasmin, Hector, Andreas und ich gemeinsam Richtung Guanajuato auf – und es wurde wieder ein weiteres Highlight auf unsere Reise!

Guanajuato ist wie San Luis Potosí eine Stadt in Zentralmexiko und gleichzeitig die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Auch hier handelt es sich um eine ehemalige Minenstadt, die sehr bunten Häuser stapeln sich an verschiedenen Bergen hinauf. Ein wirklich sehr buntes Panorama öffnete sich dort vor unseren Augen, als wir um den Berg am Stadteingang bogen. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat die Stadt noch eine weitere Besonderheit: da die Straßen überirdisch den Verkehr nicht aufnehmen könnten, hat man schon vor vielen vielen Jahren angefangen, unterirdisch in dem Berg ein Straßensystem zu hämmern! Also ein richtiges unterirdisches Straßennetz. Naja, als ehemalige Minenstadt hatte man ja Erfahrungen mit Tunnelbau.!

Diese Fahrt durch den Berg unter der Stadt Guadalajaras war echt nen Knaller – wie ich es im Video schon sage: wir fühlten uns wie “Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer” aus der Augsburger Puppenkiste. Aber macht Euch selbst mal ein Bild davon.
So sieht eine der engen Häuserschluchten aus, nach wenigen Metern verschwindend die Straße wieder im Berg

Man war das cool 😎!

Überirdisch gibt es überall in der Stadt Abgänge in das verzweigte Tunnelsystem – es gibt auch Bushaltestellen untertage!

Es war wirklich super, mit einem Einheimischen die Stadt erkunden zu können. Hector entpuppte sich als versierter Fremdenführer, der sehr viel über die Stadt zu berichten wusste. Wir zogen mit ihm durch die bunten Gassen, ließen uns treppauf und treppab durch die schmalen Gassen treiben, und zum Sonnenuntergang schauten wir uns das bunte Panorama der Stadt oben von einem Berg aus an. Danach erstrahlte die Stadt durch die abendliche Beleuchtung fast genauso bunt. Man war das ein Erlebnis!

Eine der vielen Kathedralen in Guanajuato
Andreas, Hector, Jasmin und ich in einer der sehr schmalen Gassen
Ein klassischer Snack für zwischendurch sind hier gebackene Heuschrecken. Auf mexikanische Art kommen aber natürlich noch…… genau….. Chili 🌶 und Limette drüber. Geschmacklich war das sehr gut, und die Dinger sollen ja auch sehr gesund sein: viel Protein – kein Fett! Das einzige Problem waren für Andreas und mich die Beinchen, die sich überall im Mund festsetzten. Man hatte danach irgendwie immer das Gefühl, das einem da noch ein Grillen-Beinchen zwischen den Zähnen rausguckt. Und so haben wir das Tütchen dann doch nicht komplett gegessen.
Der Kleine mit seinem Spielzeugpferd war so niedlich, den musste ich einfach fotografieren
So sieht die Stadt von einem der Aussichtspunkte aus. So ein Foto kann die die bunten Farben nur begrenzt wiedergeben.
Da oben musste man einfach gute Laune bekommen 🙃
Jasmin, Andreas, Robert und Hector – wir genießen das Panorama
Sobald die Sonne verschwand (hell zu dunkel ist ja eine schnelle Angelegenheit hier), erstrahlte die ganze Stadt durch die viele Beleuchtung
Und überall hängen in den Straßen bunte Girlanden – wie auch in anderen Städten. Soweit ich weiß, haben diese Girlanden auch keine besondere Bedeutung. Einfach nur so – weil es schön ist.
Hoch und runter durch die verwinkelten Gassen…. das ist hier übrigens ziemlich anstrengend! Die Städte hier in Zentralmexiko liegen nämlich alle über einer Höhe von 2.000 Meter, das macht sich beim Treppensteigen schon bemerkbar

Danke Hector für die tollen Eindrücke und deine Begleitung! Das war ein unvergesslicher Tag!

Am Dienstag frustückten wir dann noch gemeinsam in Guanajuato- dann bestiegen Andreas und ich den Fernbus nach Mexiko-Stadt….. aber das ist eine andere Geschichte, und die gibt es Morgen

Es grüßt 

Minenarbeiter Roberto,

Glück auf!

3 Gedanken zu „Kuchen der Könige und die quietschbunte Stadt Guanajuato“

  1. Hey! Erste Guanajuato Stadtführung auf deutsch für mich! Vielleicht kann ich meine jetziger Vertrag enden und eine neue touristische Richtung nehmen ;)… ich bin froh das ihr da waren! Viel Spaß noch in Mexiko Stadt! Wir sehen uns wieder in Hannover 🙂

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