
Mit Cerro de San Pedro stand noch ein weiterer Tagesausflug von San Luis Potosí aus auf dem Plan. Andreas und ich verzichteten dieses Mal darauf einen Mietwagen zu buchen, da die ca 45 minütige Anreise mit einem Uber nur umgerechnet 10 € für uns beide kostete. Uber ist die App, mit der man sich ein “Taxi” rufen kann, und einen dann Privatpersonen zum Zielort bringen. Klappt super, und ist hier in Mexiko der Standard.
Uriel war für diesen Ausflug krankheitsbedingt leider ausgefallen

Cerro de San Pedro ist sehr besuchenswert! Zwar gab es auch hier noch einen lebendigen Ortskern, aber drum herum fühlte man sich tatsächlich wie in einer verfallenen alten Westernstadt. Aktuell leben hier noch 95 Menschen. Zu Zeiten, als die Gold- und Silberminen noch aktiv waren, war es wohl ein Vielfaches. Seit dem 16ten Jahrhundert wurde hier Bergbau betrieben, In den 1940ern wurden die Minen nach einem Streik jedoch stillgelegt.
















Nun der (für den Leser) lustige Part
Die Rückreise gestaltete sich dann deutlich schwieriger als erwartet! So gut wie wir mit dem Uber hingekommen waren, so schwer war es nun wieder aus der Geisterstadt wegzukommen Es gab in dem gesamten Ort keinerlei Mobilfunknetz! Es gab zwar eine Internetverbindung (via WLAN), aber auch diese ist nach 20 Minuten komplett zusammengebrochen. Dazu kam: Uber konnte generell nicht in dem Ort bestellt werden, da er sich nicht im Angebotsbereich befindet.
Und Taxis gab es auch nicht!
Da standen wir nun: kurze Hose, Holzgewehr!
Alle Mexikaner, die wir kennengelernt hatten, hatten uns noch gewarnt: „überprüft immer genau die Uber Fahrer, ob die Nummernschilder übereinstimmen, und steigt auf KEINEN Fall in fremde Autos!“
Aber was blieb uns anderes übrig? Also richteten Andreas und ich unser Haupthaar und stellten uns mit erhobenen Daumen an die Straße.
Und was soll ich Euch sagen: gleich das erste Auto hielt an: ein Chevrolet. Der Fahrer war ein junger mexikanischer Student (der natürlich kein Englisch sprach). Nun hört sich Chevrolet im erst Moment für ein europäisches Ohr luxuriös an, von den Größenverhältnissen her handelte es sich aber eher um einen Fiat Panda. Echt jetzt! Dazu kam, dass der junge Mann mit seinem Husky-Mischling unterwegs war, der wirklich extrem haarte! Und er hatte wohl vergessen, im letzten Jahr mal sein Auto von den Hundehaaren zu befreien. Also nahmen wir auf den haarigen Sitzen Platz. Die Fotos geben einen Eindruck unserer Rückreise!

Lustig war noch, dass Andreas unbedingt vorne sitzen wollte (ich glaube weil er meinte, da vor dem Hund seine Ruhe zu haben). Der Hund war aber quasi die gesamte Fahrt über im vorderen Farhrzeugbereich – entweder am oder auf dem Schoß des Fahrers, oder versuchte mit Andreas Freundschaft zu schließen. Hihi!


Als wäre das nicht alles schon genug gewesen: nach 15 Minuten war der Wagen überhitzt, machte eine Grätsche und wir mussten eine Zwangspause einlegen – neben der Autobahn.
Gott sei Dank hatten wir hier wieder Mobilfunk, und befanden uns darüber hinaus auch noch im Bereich, wo Uber angeboten wird. So konnten wir uns ein Fahrzeug rufen.
Also sprangen Andreas und ich aus dem Wagen – mit mehr oder weniger Hundehaaren am Körper aus dem Kleinstwagen und warteten auf Uber.
Besser gesagt auf Armando Augustin, unseren Fahrer. Und der war wieder ein Knaller, wie so oft hier bei den Taxifahrern: ein sehr gepflegter älterer Herr mit braun gebrannter Haut und tiefschwarz gefärbten Haar. Er war sehr erfreut, zwei deutsche Passagiere zu befördern, wie er uns in lupenreinem Spanglish (halb spanisch, halb englisch) zu verstehen gab. Deutschland sei ja sowieso in jeder Beziehung das tollste Land der Welt: die Kultur, die Wirtschaft, die Politik, alles toll! Und die vielen geschichtstächtigen Orte sowieso! Und nicht nur der Fußball – hier ist Deutschland natürlich sowieso die Nummer 1. Und das allerbeste an Deutschland seien die Deutschen an sich. Er fährt seit 40 Jahren Taxi, und er hat sie alle gehabt: die Koreaner, die Chinesen, Amis, Spanier usw. aber die Besten sind immer die Deutschen!
Und Leute: so, wie er es sagte…. er meinte es ernst! Das ist uns sowieso häufiger passiert, dass man insbesondere als Deutscher ein mehr als gern gesehener Gast ist. Wir scheinen eine gewisse Bewunderung auszulösen: “warum funktioniert in Deutschland alles so super? Warum seid Ihr so gut in dem, was Ihr tut?” Solche und ähnliche Fragen haben wir öfter gehört. Naja, es fühlt sich für mich ganz persönlich mal gar nicht so schlecht an, wenn meine devote deutsche Seele dererlei Wertschätzung erfährt – und nicht das Bild von uns im Vordergrund steht, was mir von deutschen Medien oder der AfD widergespiegelt wird…… aber nun gut, jetzt streife ich ab.
Als Armando Augustin dann auch noch erfuhr, dass wir ins Hotel “San Francisco” in San Luis wollten, war alles vorbei: denn hier hatte er vor 45 Jahren seine Hochzeitsfeier! Und er denkt noch immer jeden Tag gern daran….
was für ein putziger Kerl!
Ich fragte ihn dann noch wie alt er sei – 70 war seine stolze Antwort. Und er würde seit 40 Jahren unfallfrei fahren! Und es gäbe nichts schöneres für ihn, als jeden Tag in sein Taxi zu steigen, durch die Stadt zu fahren, und neue Menschen kennenzulernen! Tja, das ist dann hier doch eine andere Einstellung zur Arbeit und zum Leben – die wir hier aber generell sehr häufig (oder eigentlich immer!) angetroffen haben: eine große Dankbarkeit und Zufriedenheit mit dem eigenen Leben!
Schön war’s!
So, jetzt habe ich aber auch genug gepredigt,
Das passt ja hier zum heutigen Sonntag!
Euch einen tollen Sonntag – bzw einen guten Start in die Woche,
Gott segne Euch
Padre Roberto
Wir haben wirklich laut gelacht! Danke für die köstliche Erheiterung am Abend (22:00 Uhr) Die Schote in dem Chevrolet (Andreas wollte vorne sitzen, hi, hi) ist der Knaller… Wuff!

Das was Ihr dort erlebt reicht ja fast für ein Jahrzehnt.
Weiter so! Und haltet durch Jungs, das Leben hält noch viele Überraschungen für Euch bereit.
Liebe Grüße von daheim
Jane
Hier ist wirklich alles anders! Uriel feiert hier heute seinen Geburtstag nach, jetzt ist es gerade 15:30 Uhr. die Feier sollte um 14:00 Uhr in einer Bar beginnen (er ist der Gastgeber), wir kamen mit Uriel um 15:00 Uhr an…. einige Gäste waren schon da! alles anders, aber man muss einfach mehr entspannt sein! Schlaft gut, ich brauche erst mal einen Tequila….
Hört sich alles echt toll an, wir sind ein wenig neidisch
Wünschen euch noch ganz viel Spaß! Übrigens: Hund bitte mit ins Handgepäck

Liebe Grüße aus Hamburg
Das Vieh hat gehaart wie Sau! Den willst du nicht in deiner Wohnung haben, oder ihr seht dann aus wie Chubaka!